Heute 26.5.2014 kam im Deutschlandradio, dass Subcomandante Marcos nicht mehr für seine Bewegung sprechen will,
weil er für die aktuelle Entwicklung der Bewegung nicht mehr repräsentativ sei, und die neue Entwicklung neue Formen brauche,
also wird der Artikel so was wie ein Testament einer Rolle ...

Paulo Freire und der Subcomandante Insurgente Marcos - von Miguel Escobar Guerrero

Originaltext http://desinformemonos.org/2014/03/paulo-freire-y-el-subcomandante-insurgente-marcos=
Übersetzung Diego Steinhöfel
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Im Gedenken an Don Luis Villoro (1922-2014)
Originaltext und Bildquelle
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Für Fernanda Navarro
Für die Gruppe, "Die Lektüre und Konstruktion der Realität in der Aula.

Über die Praktik nachdenken, um sie zu verwandeln.“i

Es gibt nichts schöneres, als nach oben zu fallen.
Sombra, el guerrero

Mit dem Lesen meiner ersten Bücher wie Schuld und Sühne, Die Pest, Die Mutter, Les Miserables und Der Kleine Prinz, öffneten sich mir die Augen, die Welt im Kontext der Gewalt in Kolumbien in den 60er und 70er Jahren aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Durch das Erlangen dieses Wissens entwickelte ich jenes Gedankengut, welches ich heute meine Praktik nenne. Ich studierte zuerst Philosophie, daraufhin Erziehung und abschließend spezialisierte ich mich in Gesellschaftspolitischer Psychoanalyse.
Während meines Studiums in Philosophie setzte ich mich mit einigen philosophischen Prinzipien auseinander wie: Ich denke, also bin ich (Cogito ergo sum), Descartes; die Existens geht der Essens voraus, Sartre und Camus; die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an sie zu verändern, Marx; Der Kapitalismus bestimmt die Existenz. Und heute, im 21. Jahrhundert, entdeckte ich mit Albert Camus’ Ich rebelliere, also sind wir ("Je me révolte , donc nous sommes), die tiefe Bedeutung der Maya-Philosophie, welche von den meisten ethno-zentrischen und westlichen Denkern, die ich studiert hatte, bis dato ignoriert wurde.

Subcommandante Insurgente Marcos zeigt auf, dass die Theorie von oben, ausgehend von einer faulen Reflexion von Descartes, auf dem Primat der Idee über der Materie besteht. Das "Ich denke, also bin ich" definiert auch einen Mittelpunkt: das Individuum (Ich), und den Rest als eine Peripherie welche von der Wahrnehmung dieses Individuums betroffen ist oder eben nicht: Liebe, Hass, Angst, Sympathie, Anziehung, Abstoßung. Was außerhalb der Reichweite der Wahrnehmung des Individuums (Ich) liegt, existierte, bzw. existiert nicht.
So ist die Geburt dieses globalen Verbrechens namens Kapitalismus ein Produkt der Dampfmaschine und nicht ein Produkt der Enteignung. Die Phase der neoliberalen Globalisierung des Kapitalismus begann mit dem Aufkommen von Computern, dem Internet, Handys, Einkaufszentren, Instant-Suppen und dem Fast Food; sie begann nicht mit einem weltweiten Eroberungskrieg, dem IV. Weltkrieg.

Wie bei jedem Eindringling üblich - ob kolonial , neokolonial und/oder kriminell – wird derzeit mit der neoliberalen, imperialistischen Globalisierung,die Geschichte, die Kultur und die Philosophie der überfallenen Völker ignoriert;ii sie wird verdreht, verletzt und verneint, um sie mit den Werten der Eindringlinge zu ersetzen und insbesondere auch um den Raub ihrer Reichtümer zu rechtfertigen und um den Unterdrückten die Weltsicht der Eroberer aufzuzwingen: die Weltsicht ihres alleingültigen Gedankenguts, ihres einzigen Gotts, ihrer Kultur der Gewalt, welche wiederum ein dualistisches und individualistisches Denken darstellt und aufzwingt. Wie es Paulo Freire beschreibt „um den Schatten des Unterdrückers zu introjektieren“.1

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Der Schatten des Unterdrückers – das Oberhaupt der wirtschaftlichen, politischen und hegemonischen Macht des Großkapitals – wird bis heute mit einer Kindestötenden Gewalt durchgesetzt und implementiert. Diese Gewalt akzeptiert keine rebellischen Söhne und Töchter, die sich ihrer Meinung nicht unterwerfen, die nicht bereit sind, sich in eine bloße Ware zu verwandeln. Die Macht der kommerziellen Rundfunkmedien, welche die Gewalt begleiten, ist von großer Bedeutung, um das Unterbewusstsein anzugreifen und um kritische Worte zum Schweigen zu bringen. Doppelmeldungen und Halbwahrheiten werden dazu missbraucht, die Bestrafung derer, die sich widersetzen, zu rechtfertigen und sie leiten in ihrer Perversion meisterhaft Brüderkriege ein, wie wir es in dem Film " The Hunger Games" (USA, von Gary Ross) beobachten und analysieren können. Der Schatten des Unterdrückers, als Verrat und unrechtmäßige Schuld, wird zur Todessehnsucht und die Entmenschlichung verbindet sich mit dem Wunsch nach Vatermord, Brudermord und Selbstmord. Dieser Schatten beeinflusst unser Gefühlsleben mit Theorien und Ideologien, Normen und Gesetzen, welche die physische und emotionale Gewalt rechtfertigen. Ein weiterer hervorragender Film, um die unterschiedlichen Formen der Introjektion zu analysieren und zu beobachten, finden wir in „12 Jahre ein Sklave“ (12 Years a Slave, USA, Steve McQueen). iii Wir zitieren Paulo Freires Analysen hierzu: iv


Es gäbe keine Unterdrückten, wenn kein Gewaltverhältnis existierte, das sich mit der objektiven Situation ihrer Unterdrückung abfindet [...] Die Kultur des Schweigens bildet sich in der unterdrückenden Struktur. Unter ihren Sachzwängen machen sie [die Unterdrückten] ihre Erfahrung als „Objekte“ und sie konstituiert sie zwangsweis als Unterdrückte [...] Jeder Akt der Eroberung schließt ein eroberndes Subjekt und ein erobertes Objekt ein, wobei letzteres deshalb anschließend vom Eroberer beherrscht wird. Der Eroberte [das Objekt] wiederum prägt seine eigene Gestalt dem Eroberer ein, welcher durch deren Verinnerlichung ein mehrdeutiges Wesen wird. Ein Wesen, das das andere beherbergt’. "

Einige Völker der Maya-Kultur im Allgemeinen und Tojalabal sprechende Völker im Besonderen, lernten, sich einst gegen die koloniale Invasion und heutzutage gegen den neoliberalen Kapitalismus zu organisieren: soweit es ging, dachten und lebten sie ihre Produktionsweisen und Produktionsverhältnisse mit ihrer eigenen Geschichte, Kultur und Bildung weiter, im Erlernen der „nosotridad“.2

[...]
Für die Tojolabal-Völker existiert kein Konzept wie das eines Feindes; sie lehren und lernen dem/der anderen erst zuzuhören und sie zu respektieren, kein Urteil über andere zu fällen, sondern sie zu verstehen um sich im Denken und der Aktion zusammenzutun; dies gibt dem kollektiven Subjekt Sinn und aus diesem Sinn wiederum konstituiert sich das individuelle Subjekt, nicht umgekehrt.

Dieses gemeinsame Laufen (caminar nosótrico) entwickelte sich zur Digna Rabia (würdevollen Wut), der kollektiven Stärke des „Alles für alle, für uns nichts“ (Para todos todo, para nosotros nada“): Weg des Kampfes um Respekt für das Anderssein, für einen anderen Sinn des Lebens zu erreichen, weit weg vom Individualismus, weit weg vom „rette sich wer kann“. Die Verbindung von Würde und gerechtfertigter Wut befähigt diesen Kampf dazu, sich zu organisieren.

Die zapatistische Erhebung stellt sich gegen das Vergessen und für die historische Erinnerung. Aber es dauerte bis zum 1. Januar 1994 bis wir begannen auf diesen uralten, verstummten Schrei aufmerksam zu werden - „die Kultur des Schweigens“ (Freire) - welcher Krieger und Rebell, die Welt daran erinnerte, dass sie nicht mehr bereit sind, weiterhin ausgeschlossen und Objekte von Ausbeutung und Enteignung, Missachtung und Unterdrückung zu sein; dass sie gegen dieses individualistische, kartesianische, dualistische Denken waren, welches sich mit dem „Ich bin, damit du nicht bist: ich denke, also existiert du nicht aufzwingt.

Das ¡Ya basta! entwickelte sich demnach aus dem Keller der Geschichte heraus, bahnte sich seinen Weg zuerst mit Feuer, um sich dann in diese Blume des Worts zu wandeln, welche Samen der Hoffnung in den Kampf sät und nicht Hoffnung in das Warten allein: „Dies ist unser schlichtes Wort – sie nennen uns die Zapatisten – welches das Herz der bescheidenen und einfachen Menschen, wie wir es sind, berühren möchte“. So verkündete die Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung (Ejército Zapatista de Liberación Nacional, ezln) ihr Wort:

"Januar 1994 [...] das ganze Land erinnert sich an die Existenz dieses Kellers. Tausende Indigene, bewaffnet mit Wahrheit und Feuer, mit Scham und Würde, rüttelten das Land aus dem süßen Traum der Moderne wach. „¡Ya basta!“ ruft ihre Stimme, Schluss mit Träumen, Schluss mit Alpträumen [...] Mit indigenem Blut möchten sie ihren Stolz waschen, mit dem sie dem Mächtigen dienen, jenem Stolz darauf, Komplizen zu sein in der ungerechten Verteilung von Schmerz und Armut. Die zapatistischen Indigenen werden ihre Sünde mit Blut bezahlen. Welche Sünde? Die Sünde, sich nicht mit Almosen zu begnügen und auf ihren Forderungen nach Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit zu beharren.“

Für Paulo Freire existiert in der Konstruktion des Gedankens, streng gesehen, kein ich denke, sondern ein wir denken, in jenem Werdegang, wo die Lektüre der Welt vor der Lektüre des Wortes steht.

Jede Lektüre des Worts setzt eine Lektüre der Welt voraus, und jede Lektüre des Worts impliziert, zur Lektüre der Welt in solcher Art zurückzukehren, dass die Welt lesen und das Wort Lesen eine Bewegung darstellt, in der es keine Trennung gibt, in der wir kommen und gehen. Und die Welt lesen,gemeinsam mit das Wort lesen, bedeutet für mich im Grunde die Welt zu schreiben.“

Die Welt denken um sie zu verwandeln, bedeutet, sie gemeinsam auszusprechen. „Es gibt kein wahres Wort – sagt Freire – das nicht eine unzerstörbare Einheit zwischen Aktion und Reflexion ist, und folglich gibt es auch kein wahres Wort, das nicht auch Praktik ist. Davon ausgehend, bedeutet das wahre Wort, die Welt zu verändern, diese Welt der Unterdrückung, die zerstört werden muss, um den introyektierten Schatten des Unterdrückers zu überwinden.

[...] Freire schreibt: „Ich kann meine Arme nicht in fatalistischer Manier verschränken, und meine Augen vor der Misere schließen [...] das kapitalistische System erreicht im globalisierten Neoliberalismus den Höhepunkt des ihm inhärenten Übels.“

Um eine Welt zu artikulieren, in der nicht der Hochmut des Ich denke sondern die rebellische Würde des Wir denken und fühlen vorherrscht - alles hat ein Herz sagen die Zapatisten, sie nennen es corazonar – müssen wir unsere eigene Art und Weise zu argumentieren wieder herstellen. Dies wird uns dabei helfen, das kapitalistische System zu zerstören, die Beziehungen der Ausbeutung umzuwandeln und an der Schaffung einer anderen Welt teilzuhaben: andere Produktionsweisen und andere Produktionsverhältnisse.

[...]
Der Kapitalismus ist ein soziales System, also eine Art wie die Dinge und Personen in einer Gesellschaft organisiert sind; wer etwas hat und wer nicht, wer befiehlt und wer gehorcht. Im Kapitalismus gibt es solche die Geld haben, also Kapital, Fabriken, Läden, Ländereien und viele weitere Dinge, und es gibt jene die nichts haben außer ihrer Kraft und ihrem Wissen zu Arbeiten; und im Kapitalismus befehlen jene, die Geld und Dinge haben und es gehorchen diejenigen, die bloß ihre Arbeitsfähigkeit besitzen. [...] Zusätzlich zum Ausbeuten und Plündern unterdrückt der Kapitalismus, weil er diejenigen tötet und ins Gefängnis steckt, welche sich gegen diese Ungerechtigkeit wehren. Für den Kapitalismus sind Waren von höchstem Interesse, denn wenn sie ge- und verkauft werden generieren sie Gewinne. Daher verwandelt der Kapitalismus alles in Waren, er macht aus den Menschen, der Natur, der Kultur, der Geschichte und dem Bewusstsein eine Ware.
[...]
Daraus resultiert, dass der Kapitalismus von heute nicht mehr wie früher ist, wo die Reichen zufrieden die Arbeiter in ihren eigenen Ländern ausbeuteten. Vielmehr befindet er sich in einer Phase, die sich Neoliberale Globalisierung nennt. Diese Globalisierung bedeutet, dass sie [die Kapitalisten] heute nicht mehr bloß die Arbeiter in einem oder mehreren Ländern beherrschen, sondern sie versuchen dies auf der gesamten Welt zu tun. Und damit auch die Welt selbst, den Planeten Erde; wir nennen ihn auch Globus, daher kommt Globalisierung; Der Eroberer, der Kapitalismus, macht was er will, er zerstört und ändert was ihm nicht gefällt und vernichtet was ihn beeinträchtigt.
[...]
Wir sehen, dass es in unserem Land Mexiko, viele Menschen gibt die nicht aufgeben, die sich nicht ergeben und sich nicht verkaufen. Sie haben Würde. Und das macht uns sehr glücklich, denn mit all diesen Menschen wird es für die Neoliberalisten schwer sein zu gewinnen und vielleicht klappt es sogar, unsere Heimat vor deren großen Raubzügen und Zerstörungen zu beschützen. Wir hoffen auch, dass unser „nosotros“, unser Wir, all diese Widerstände einschließt.

Der Subcomandante Imsurgente Marcos studierte Philosophie sowie Kommunikationswissenschaft an der Facultdad de Filosofía y Letras der Universidad Nacional Autónoma de México ( FFYL, UNAM) und er war weiterhin Dozent an der Universidad Autónoma Metropolitana de Xochimilco. Diese Ausbildung half ihm dabei, sich theoretisch und militärisch in der gleichen Geschichte des Kampfes anderer Krieger wie Villa und Zapata zu bilden. Dies alles geschah, bevor er sich mit den zapatistischen Gemeinschaften traf. Dieser Votán kam mit einer Gruppe von Kriegern, die gemeinsam mehr als 500 Jahre Widerstand und Kampf in sich vereinten, in die Selva Lacandona. Als sie ankamen, schlug man ihnen vor, zuerst ihr theoretisches Wissen von Mao, Castro und Che Guevara hinter sich zu lassen und zu lauschen und zu lernen. Zu lernen vom uralten Kampf und Widerstand, vom Schmerz und Tod derjeniger, die sie nun trafen, um erst anschließend vielleicht selber etwas zu lehren.

Und SubMarcos nahm diese Herausforderung an und begann zu befehlen indem er gehorchte. Er hörte zu, um sich auf die gleiche Höhe zu stellen und den Anweisungen des Comité Clandestino Revolucionario Indígena (Kommandatur des ezln) Folge zu leisten. Dieses Komitee wiederum hörte und gehorchte den Anweisungen der zapatistischen Gemeinschaften. Diese hatten sich selbst dazu entschieden, den Krieg gegen die schlechte Regierung, gegen das Vergessen und für die würdige Wut, Digna Rabia, aufzunehmen.

Das Treffen mit dem SubMarcos, Sprecher des ezln, war mein Anfang in dieser revolutionären Praktik, welche das Wort und die Aktion schuf und dies gemeinsam mit den Gesichtslosen (las y los sin rostro) – so wie es Freire forderte. Die zapatistische Praktik verwirklichte die Pädagogik des Unterdrückten und die Pädagogik der Hoffnung, auf dem Weg zum letzten pädagogischen Vorschlag Freires, der Pädagogik der Autonomie.

Der Krieg gegen das Vergessen half mir dabei, mein eigenes Schaffen an der Schule der Pädagogik der FFYL zu überdenken, und lehrend-lernend fortzuschreiten; im Grunde genommen ging es darum, die StudentInnen dazu einzuladen, über ihre eigene Bildungs-Praktik nachzudenken und sie selber mitzugestalten. So musste ich mich von meinem Status der Autorität, der oft autoritär war, verabschieden, um eine Kollektive Autorität im Sinne der zapatistischen Erfahrung zu kreieren.

[...]

Der SubMarcos kam langsam zum Vorschein als jene Person „ohne Antlitz“ und „ohne Geschichte“ der gemeinsam mit den ärmlich gekleideten, welche bereit waren zu leben und zu sterben, die Welt artikulierte. Sie luden uns dazu ein, uns selbst hinter ihren Sturmmasken zu erkennen. In der revolutionären Poesie des zapatistischen Votán lernen wir, dass:


Die Blume des Wortes nicht sterben wird.

Es könnte das verborgene Antlitz dessen sterben, der sie heute benennt, aber das Wort welches vom Grunde der Erde und der Geschichte kommt, kann nicht mehr von der Hochmütigkeit der Mächtigen zerstört werden.

Wir wurden von der Nacht geboren: wir leben in ihr; wir werden in ihr sterben.

Aber das Licht wird Morgen sein, für jene die uns folgen: für all jene die heute

in der Nacht weinen; für jene, denen der Tag verweigert wird;

für jene, denen der Tod ein Geschenk ist; für jene

denen das Leben verboten ist.

Für alle, das Licht; für alle alles.

Für uns, die fröhliche rebeldía. Für uns, nichts.“


Der SubMarcos schaffte es in der indigenen Kultur unterzutauchen, ein Teil von ihr zu werden und er fand eine Art und Weise wie er uns – die wir im Dschungel der sogenannten Moderne leben – die Digna Rabia vermitteln konnte. Er machte dies mittels verschiedener Persöhnlichkeiten, um uns einerseits den Kampf um Widerstand und Organisation der Nadies („Niemande“) näher zu bringen und ums uns gleichzeitig für diesen Kampf zu gewinnen: „Wenn nichts dieser Seiten bleiben sollte - schreibt Freire am Ende der Pädagogik des Unterdrückten – so hoffen wir doch das etwas von Dauer bleibt: Unser Vertrauen in das Volk. Unser Glauben in die Menschen und die Schaffung einer Welt, in der es leichter ist zu lieben.“

Der Sub bringt uns vier Persönlichkeiten näher, den alten Antonio, don Durito, Elias Contrarezas und Schatten [Sombra], der Krieger. Diese Figuren versuchen, uns den Krieg niedriger Intensität auf eine andere, neue Art und Weise zu erzählen. Dieser Krieg führt in seiner Alltäglichkeit, ausgehend von der schlechten Regierung, zu Kindstötungen und Brudermorden.

Er brachte diese Figuren in den Klassenraum des gemeinschaftlichen Forschungsprojektes „Die Lektüre und Konstruktion der Realität in der Aula. Die Praktik überdenken um sie zu verwandeln“. Dies ermöglichte es den ProfessorenInnen/Kollektiv und den StudentInnen, u.a. die Beziehung zwischen Autorität und Freiheit zu hinterfragen.
Unser freirianischer Weg wurde auch zapatistisch und er wurde mit der Erscheinung unseres Kollektivs, das heute mit mir schreitet, begehbarer. Wir lernen, so weit dies möglich ist, eine Dirección Colectiva, eine gemeinsame Führung, im Klassenraum zu schaffen.

Diese Persönlichkeiten des Sub suchen einen „Autor“ – so wie im Theaterstück von Pirandello Sechs Charaktere auf der Suche nach einem Autor: v eine Zivilgesellschaft, welche „fähig ist ihr Leben in eine endlose Erfahrung zu wandeln“, damit ihre Kämpfe um eine humanere Welt Wirklichkeit werden können.Die Figuren des Sub und er selbst kamen unter einem Ceiba-Baum in den Bergen zur Welt. Geschützt durch den Mantel der Nacht, im Schoße des Lacandone-Dschungels, zwischen den Frauen und Männern der Berge: sie kommen aus der Nacht um uns von ihren Alpträumen, ihrem Leid und ihrer Missachtung zu erzählen; um uns von der Ecke des Vergessens zu erzählen, in die man sie gestellt hat, wo sie nicht einmal ein würdevolles Dach über dem Kopf haben. Sie erzählen uns, dass sie sich deshalb dazu entschlossen, ihr Antlitz zu verbergen um ein Gesicht zu haben; sie verbergen ihr Gesicht, damit die Gesellschaft ein Gesicht hat, sie werden Soldaten damit eines Tages keine Soldaten mehr existieren.






Es reicht nicht, den Kapitalismus zu begraben, wir müssen ihn mit dem Mund nach unten bestatten, damit er sich, wenn er herauskommen möchte, weiter eingräbt.“ Don Durito de la Lacandona

Don Durito, machte den Sub zu seinem Knappen. Er ist ein Ritter, der für die Gerechtigkeit, die Freiheit, für die Menschlichkeit sowie gegen den Neoliberalismus kämpft. Er sagt uns, unter vielen anderen Dingen, dass die Freiheit wie das Morgen ist: es gibt jene, die schlafend auf seine Ankunft warten und es gibt jene, die aufstehen und durch die Nacht laufen um ihn zu erreichen: die Zapatisten sind die Schlaflosen welche die Geschichte braucht.

Don Durito stellt einen Skarabäus dar. Don Pablo González Casanova bezieht sich auf ihn als eine Figur, welche „die gute Seite der westlichen Kultur darstellt, in ihren Utopien und ihren Träumen; im Unterschied zu Kafkas Erzählung, wo sich ein Mensch in einen Skarabäus verwandelt, ist Durito ein Skarabäus der sich in einen laufenden Ritter verwandelt.“ Don Durito ist der intellektuelle und radikale Teil des Sub, ein Wesen dass mit der Mutter Erde zusammenlebt und das weiß, dass sie vom Kriegskapitalismus angegriffen wird. Don Durito studiert die neoliberal Globalisierung und er weiß, dass „in der Globalisierung die Globen platzen“. Mit seinem Knappen, dem Sub, weiß er auch, dass wir vor dem vierten Weltkrieg stehen, in dem sich die virtuelle Realität, neben anderen Perversionen, über die wahre Realität gestellt hat. In dieser Psychose, in der die Mächtigen entschlossen, das rot blau ist, um die Gesellschaft zu verwirren und zu lähmen.
Indem sie die Realität verdrehen, wird das Denken angegriffen um zu sagen, dass die virtuelle Wirklichkeit die wahre Realität ist; damit tarnen sie ihre wahren Absichten, die dem Diktat der globalen Märkte folgen und die sich mit dem „Vierten Weltkrieg“ gegen die Menschheit stellen. Der Sub sagt, dassder Dritte Weltkrieg, also der Kalte Krieg, von 1946 (oder auch ab Hiroshima 1945) bis 1985-90 andauerte.

Nur der eigene Löwe kann den Löwen besiegen
Der alte Antonio

Der alte Antonio stellt das Treffen des SubMarcos mit der indigenen Kultur dar. Der weise Antonio ist der Lehrer des Sub, durch ihn erreicht er die gesamte Symbolkunde der indigenen Kulturm, um die Menschen mit ihrem historischen Gedächtnis, ihrer Würde, zu wieder zu vereinen; um die Angst zu überwinden und sich auf die Konstruktion einer Welt zu stürzen, wo viele Welten Platz haben, sowohl unten als auch links. Ein historisches Gedächtnis welches, auch wenn es stirbt, immer keimt um sich zur Digna Rabia, Würdiger Wut, zu entwickeln. Der alte Antonio, sagt don Pablo González Casanora „stellt sowohl das historische Gedächtnis der Mayavölker, als auch die Selbstkritik ihrer eigenen Götter dar; und ebenso stellt es eine Vergangenheit dar, die sich nicht für das einzig Gute hält; eine Vergangenheit, die ein Vorher darstellt um weiter im Danach zu kommen.“

In der Geschichte des Kampfes des Subcommandante Insurgente Marcos, als Krieger und Ausdruck des nosotros, des Wir, wurden viele Dinge gesagt, übersehen, vergessen und verdreht. Dies geschah genauso vom westlichen, individualistischen ethnozentristischen Denken ausgehend, wie auch von den linken und mitte-rechts Ideologien. Auch die täglich verdrehte, private Medienberichterstattung trug ihren Teil dazu bei. Nichtsdestotrotz, ohne ihn in die Rolle einer revolutionären Avantgarde zu drängen, hat er mit seiner kollektiven Kreativität, seiner theoretischen Klarheit, seiner Ideologie und Politik einen Weg beschritten mit jenen, für die es kein zurück gibt: die Kämpfe um Widerstand und Organisation müssen in jeder Praktik geführt werden, gemeinsam im Befehlen-Gehorchen und gemeinsam mit der Verantwortung des Individuums.

Ohne Erotik ist die Utopie nicht möglich. Und die Utopie ist Ausdruck der Sehnsucht, welche bewusst oder unbewusst, das höchste Vergnügen des Eros darstellt; die Utopie ist Ausdruck der Digna Rabia, welche die Erotik des dominierenden Thanatos im konstanten Krieg des korporativen Kapitalismus überwinden möchte. Ich möchte mit euch einen Teil des IX Lieds aus dem Buche des Subcomandante Insurgente Marcos teilen, Nächte des Feuers und des Aufwachens:

Ein Tanz der Wörter/Verse/Prosa die ihren erotischen Vorschlag des Kampfes um das Leben gehen: Fenster, Sprung ins Leere der Sehnsucht, die Hoffnung, der Verrat und das Unglück, die Angstgefühle und die Leiden, Freuden und Lachen... eine Einladung dazu, unser Herzdenken zum Leuchtturm, der die Utopie erhellt, zu steuern: die Nosotrodidad welche dem Schatten, dem Krieger Sinn gibt.

Nicht eine Geste als Antwort.

Ein Meer aus Wind und Regen hat die Nacht erleuchtet, durch die ich laufe. Zielsicher am Steuer, warte ich auf den Leuchtturm deiner Wörter um mich und uns zu retten.

Komm, meine Seefahrerin. Komm, folge der Sehnsucht und nimm den Kapitän an deine Hand.

Komm, gehen wir, lass die Ängste und das Leiden zurück die in deinem Blick zu Tränen werden. Komm mit dem Kapitän, weise Seefahrerin. Komm und wir kehren zum Wir zurück.

Kehren wir zur Sehnsucht zurück, die Nachts meine Schritte leitet und Tagsüber meine Hand führt, um euch zu schreiben.
[...]
Diese Zeit erlaubt mir nichts, Meer der Hoffnung, nicht einen Atemzug, ich tanze den Tanz des Lebens auf dem Faden des Todes, die Uhr des Lebens läuft rückwärts, es lauern der Verrat und das Unglück.

Es gibt kein Morgen, Seefahrerin der Nacht, ich habe das Gesicht, den Namen und die Vergangenheit zum Schweigen gebracht, die Zukunft wurde mir verweigert, ich lebe die Gegenwart wie sie die echten Krieger leben: geliehen und in einem Atemzug.

Ich erbitte alles, liebes Meerwasser, die ganze Seele.

Ohne ihren Körper neben meinem, kehren meine Knochen und mein Fleisch zur einzigen Begleitung, die ich bedingungslos akzeptiere, zurück: zur Erde.“

Also, was vereinbaren wir? Kommst du mit?
So soll es sein. Nimm meine Hand, schließe die Augen und lächle.

Du wirst sehen, es gibt nichts schöneres als nach oben zu fallen.“


Es liegt an jedem von uns, unsere kleinen und großen Kämpfe zu finden. Und wir sind dabei nicht allein, die zapatistischen Gemeinschaften zeigen uns mit ihrer Escuelita: „die Freiheit gemäß den Zapatisten“. Und gemeinsam mit ihnen, ProfesorInnen, StudentInnen, Denker von Theorien, Wörtern und Aktionen und gemeinsam mit großartigen Arbeitern der alternativen Informationsmedien, welche uns dabei helfen als gute Vermittler jeden Tag die Realität zu lesen und unsere Welt zu schaffen. Um bloß einige von ihnen zu nennen: Luis Villoro, Pablo Gonzáles Casanova, Comándante Tacho, Comandanta Ester, Subcomandante Insurgente Moisés, Gustavo Esteva, Fernanda Navarro, Carlos Aguirre Rojas, Sergio Rodriguez Lazcano, Hermann Bellinghausen, die nationalen und internationalen solidarischen Komitees der Zapatisten, sowie Gloria Muñoz.
Ihre Anwesenheit beim VIII Internationalen Freirianischen Seminar als soziale Kämpferin ist die Hoffnung welche zum Kampf wird; Blume des Möglichen auf dem Weg zu einer anderen Welt, in der Platz für viele Welten ist.

Und um diesen Text zu einem Ende zu bringen, gibt es nichts besseres, als die Verkündigung der zapatistischen Votanes/Votanas zu teilen, welche ihre Wörter in einer Zeitschrift veröffentlichen „Rebeldia Zapatista. Die Worte des ezln“. Der andere Sub, Subcomandante Insurgente Moisés, führt uns in die Stimmen der Zapatisten ein:vi


Wir sind Zapatistinnen und Zapatisten, Rebellen in unserer Heimat Mexico, denn wir sind gemeinsam mit der Mutter Erde von der Auslöschung bedroht, auf unserem Boden und unter unserem Boden, bedroht von den schlechten Reichen und den schlechten Regierungen; alles was sie sehen, möchten sie in eine Ware verwandeln. Sie nennen sich neoliberale Kapitalisten [...]. Deswegen erheben wir uns gegen dieses System, am Sonnenaufgang des 1.1.1994.
[...]
Wir schauen auf 30 Jahre des Schaffens zurück, in denen wir überlegen wie wir leben möchten, sichtbar für das mexikanische Volk und die gesamte Welt. Demütig aber entschieden stehen wir für zehntausende Frauen und Männer, um uns autonom zu regieren [...] Nichts verbirgt, was wir tun, was wir suchen, das was wir möchten, ist für alle sichtbar.
[...]
Wir teilen mit den Genossinnen und Genossen in Mexiko und der Welt unsere demütigen Gedanken einer neuen Welt die wir erdenken und erwünschen.

Daher haben wir die zapatistische Escuelita geschaffen.

Dort geht es um Freiheit und darum, eine neue Welt zu schaffen, die anders ist als jene, welche die neoliberalen Kapitalisten möchten. [...] Wir arbeiten an dieser Escuelita, damit die Wörter von den GenossInnen der Basis der Zapatisten weit getragen werden, tausende Kilometer weit; nicht wie die Kugeln jenes ersten Januars 1994, welche bloß 50 Meter, andere 100 Meter und vielleicht ein paar wenige 300 Meter weit reichten. Die Escuelita überwindet Meere, Grenzen und Räume in Schallgeschwindigkeit, liebe Genossen und Genossinnen.

So wie ihr die Dinge weitererzählt und veröffentlicht, die ihr bei uns erlebt, gesehen und gehört habt, so könnt ihr hier lesen wie wir diejenigen sehen und hören welche gemeinsam die Fahne der Zapatistischen Rebeldía erheben.“

Subcomandante Insurgente Moisés
México, 1.1.2014. Zwanzig Jahre nach Beginn des Krieges gegen das Vergessen


Jeder und jede von euch hat die Verantwortung, eure Welt auszusprechen, unsere Welt mit oder ohne der Figur des SubMarcos nosotrico, aber immer mit den Vermummten der Welt: gegen den Neoliberalismus und für die Menschheit. Der Subcomandante Insurgente Marcos hat von der ersten Stunde an, der langen Nacht in der die Indígenas starben, seinen Schmerz und sein Vergessen hervorgeholt. Er war von dieser Welt und er war es nicht; in seinem Mund sprechen die Toten und in seiner Stimme schreitet das Wort der indigenen Würde.

Er ist und er ist nicht auf diesem Land: Votán Zapata, Wächter und Herz des Volkes. Votán Zapata, Licht das von weit herkam und hier auf unserem Boden zur Welt kam. Votán Zapata, schüchternes Feuer, das in uns 501 Jahre lang lebte. Votán Zapata, wechselnder Name, Mann ohne Antlitz, zärtliches Licht das uns beschützt. Votán Zapata kam zu uns.
Der Tod war immer mit uns. Sterbend starb die Hoffnung. Kommend kam Votán Zapata. Name ohne Name [...] Er nahm einen Namen in unserer Namenlosigkeit an, nahm Antlitz der Antlitzlosen, Himmel in den Bergen [...] Mit diesem Namen werden die Namenlosen benannt. [...]“. Schlussendlich ist der Sub ein menschliches Wesen wie jedes andere auf dieser Welt. Er ist all jene untolerierten Minderheiten, all jene Unterdrückten, welche Widerstand leisten und sagen „¡Ya basta!“. Der Sub ist alles, was die Mächtigen und das Gute Gewissen belästigt. Aber der Sub ist auch das Ergebnis einer gemeinsamen, kollektiven Erfahrung, ein Vótan nosotrico, der gehorchend befiehlt.
So wie er es selbst sagt:

Ich sag es auch mit diesem Herz in der Hand: im Zapatismus, ist derjenige mit dem Blick nicht ein Privileg des Einzelnen, sondern ein Privileg der Gemeinschaft.
Und ich füge hinzu, dass in unserem Blick auf euch immer ein Bemühen war, euch zu verstehen und nicht die Absicht über euch zu richten.“










Originaltext erschienen am 09.03.2014. Online abrufbar unter: http://desinformemonos.org/2014/03/paulo-freire-y-el-subcomandante-insurgente-marcos

Übersetzung: Diego Steinhöfel. Kontakt: diegosteinhoefel@hotmail.com

Endnoten
1 Unbewusst bestimmte Einstellungen oder Ideen verinnerlichen. Anm.d. Übersetz.
2Lenkersdorf, Carlos. Filosofar en clave tojolabal. México, Porrua, 2005, S. 120-121-
iOnline unter: http://lrealidad.filos.unam.mx
iiSubcomandante Insurgente Marcos, “Algunas Tesis sobre la lucha Antisistémica,
in Ni centro ni periferia: Coloquio Andrés Aubry. Online abrufbar unter: http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2007/12/13/conferencia-del-dia-13-de-diciembre-a-las-9
Erstens: Man kann das kapitalistische System nicht ohne das Konzept vom Krieg verstehen. Sein Überleben und sein Wachstum sind zwangsläufig mit dem Krieg und alles was dieser impliziert, verbunden. Mittels der Kriege beutet der Kapitalismus aus, unterdrückt und diskriminiert. In Zeiten der neoliberalen Globalisierung erklärt der Kapitalismus der gesamten Menschheit den Krieg. Zweitens: Um ihre Gewinne zu steigern, begnügen sich die Kapitalisten nicht mehr allein mit der Senkung der Produktionskosten oder mit der Erhöhung der Verkaufspreise. Dies ist zwar wahr, aber unvollständig. Es gibt mindestens drei weitere Arten: die Erhöhung der Produktivität; die Produktion neuer Waren; die Eroberung neuer Märkte.
Drittens: Die Produktion neuer Waren sowie die Eroberung neuer Märkte werden heute mit der (Wieder-)Eroberung von Territorien und sozialen Räumen geschaffen, die früher für das Kapital uninteressant waren. Das Wissen der Vorfahren und genetische Informationen, zusätzlich zu natürlichen Ressourcen wie Wasser, Wälder und sogar die Luft werden heute zu Waren. Wer sich in diesen Territorien und Räumen befindet ist zwangsläufig ein Feind des Kapitals.
Viertens: Der Kapitalismus hat nicht seine eigene Zerstörung zum unausweichlichen Ziel, es sei denn er nimmt die ganze Welt ein. Die apokalyptischen Vorhersagen, dass das System aufgrund seiner selbst kollabiert, sind falsch. Wir als Indigene hören diese falschen Prophezeiungen seit Jahrhunderten.
iiiDieses Konzept habe ich bereits in früheren Texten von mir bearbeitet, besonders in meinem neuesten Buch „Pedagogía Erótica, Paulo Freire y el ezln, México, Miguel Escobar Editor, 2013. Das Buch kann hier als PDF auf Spanisch heruntergeladen werden: www. lrealidad.filos.unam.mx/
ivIch möchte darauf hinweisen, dass ich in dieser Arbeit nicht die vollständigen Zitate verwende. Ich habe mich dazu entschlossen, damit die Leser dieses Textes weiterlesen und sich mit den genannten Werken ebenso beschäftigen. Ich bin mir darüber bewusst, dass einige Leser womöglich bloß Gedankenfetzen mitbekommen. Ich habe jedoch in meinen anderen Werken immer vollständige Zitate verwendet.
vEs geht dabei um eine Familie mit sechs Personen. „Die sechs Charaktere suchen einen Autor, der fähig ist ihre Leben in eine endlose Erfahrung des Theaters zu machen, und vom Zuschauerraum steigen sie auf die Bühne welche voll von Schauspielern ist, die einen anderen Text von Pirandello proben.“ Ma. Teresa Navarro Salazar, „Prologo“ in Luigi Pirandello. Seis personajes en busca de autor. Spanien. Biblioteca Edaf, 2001.
viSubcomandante Insurgente Moisés, Editorial in „Rebeldia Zapatista. La palabra del ezln“ Online abrufbar unter
http://enlacezapatista.ezln.org.mx/2014/02/28/editorial-revista-rebeldia/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+EnlaceZapatista+%28Enlace+Zapatista%29















Bibliographie:
Página zapatista, única información autorizada de su palabra http://enlacezapatista.ezln.org.mx/
Desinformémonos: (http://desinformemonos.org/).
BATAILLE, Georges. El erotismo. México, Tusquets Editores, 1997.
DERRIDA, Jacques. Estados de ánimo del psicoanálisis. Lo imposible más allá de la soberana crueldad. Buenos Aires. Paidós, 200.
DADOUN, Roger. La psychanalyse politique. Paris, PUF, 1995.
El erotismo .Madrid, Editorial Biblioteca Nueva, 2003.
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